Degussa Goldhandel: Geschäftsführer Markus Krall mit sofortiger Wirkung freigestellt
Nach drei Jahren an der Spitze von Degussa muss sich Krall einen neuen Job suchen.
Foto: DegussaZürich. Der Goldhändler Degussa hat den Sprecher der Geschäftsleitung, Markus Krall, mit sofortiger Wirkung freigestellt. Das teilte das Unternehmen am Montagnachmittag in Frankfurt mit. Krall werde sich neuen beruflichen Herausforderungen widmen, hieß es in der Mitteilung. Zu den Gründen machte das Unternehmen keine Angaben. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernehmen die übrigen Vorstände Kralls Aufgaben.
Krall hatte als Degussa-Chef stark polarisiert. In Vorträgen und sozialen Medien hatte er jahrelang düstere Wirtschaftsprognosen verbreitet, den Klimawandel infrage gestellt und sich beispielsweise für ein liberales Waffenrecht oder die Einschränkung des Wahlrechts für Empfänger von Transferleistungen starkgemacht.
Erst vor zwei Wochen hatte die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, dass das schweizerische Bistum Chur Krall zu einem Vortrag zunächst eingeladen, wegen seiner kontroversen Positionen aber schließlich wieder ausgeladen hat.
Der vor einem Jahr verstorbene Degussa-Eigner August von Finck junior hatte Krall 2019 an die Spitze seines Goldhändlers geholt, auch wegen dessen markiger Thesen. Von Finck trat als Förderer libertärer Thinktanks auf. Zudem soll er in der Gründungsphase die AfD unterstützt haben.